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08.07.2010

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Nebenberuflich, teilzeitig und - neu - auch vollzeitig an der EVAK studieren!

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07.05.2010

Interview mit Tom und Helen Gangl

Ausführliches Interview mit Tom und Helen Gangl

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18.03.2010

Neue Mitarbeiter

Dozent für den Bereich "Biblische Studien" und Mitarbeiterin für Studentenberatung und Mentoring

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07.05.10 (16:51)

Interview mit Tom und Helen Gangl

Von: Richard Moosheer

Ausführliches Interview mit Tom und Helen Gangl

Nicht die EVAK als Institution steht im Mittelpunkt! Sie ist nicht Selbstzweck. Sie dient einzig und allein den Studentinnen und Studenten, die für die Arbeit in den österreichischen Gemeinden und der weltweiten Arbeit im Reich Gottes ausgerüstet werden!

InterviewUnd so sollen die Studenten auch zu Wort kommen: Das folgende ausführliche Interview mit dem Studentenehepaar Tom und Helen Gangl führt uns in ihre Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft! Es zeigt, wie das Studium Hilfe ist, aber auch Herausforderung, nicht nur für die Studentinnen und Studenten, sondern auch für die Gemeinden!

 

Interview

Tom und Helen, könnt Ihr Euch und Euren Werdegang in den Dienst in eine Gemeinde- und eine Jugendarbeit kurz vorstellen?

Tom: Groß geworden bin ich am Land, und meine Eltern bzw. meine Geschwister waren im Umkreis von ca. 25km die einzigen Leute, die meines Wissens damals an Jesus geglaubt haben. Deswegen wurde es mir nach einer durchaus bewegten Zeit als pubertierender Teenager sehr bald klar, wie wichtig es für junge Menschen ist, mit anderen Jugendlichen abzuhängen, die auch an Jesus glauben, vielleicht dieselben Probleme haben, aber dann zu jemandem gehen können, dem sie vertrauen und wo sie Sicherheit und Annahme erfahren. Da ich das als Jugendlicher selber nicht hatte, war das einer der Gründe, warum ich in die Jugendarbeit und später dann in den Gemeindedienst eingestiegen bin.

Helen: Als Älteste von 5 Kindern wuchs ich am Stadtrand von Wien auf. Meine Eltern waren und sind im vollzeitigen Dienst und somit war Gemeinde für mich auch immer ein Stück weit Familie. Leider habe ich in meiner Pubertät nicht nur gegen meine Eltern, sondern auch gegen die Gemeinde und Gott rebelliert. Aber seine Liebe ist stärker! Nachdem ich ein klares Ja für Jesus gefunden habe, begann ich in der Jungschar mitzuarbeiten. Kurz darauf habe ich mein Studium zur Grundschullehrerin abgeschlossen. Obwohl ich mich auch in verschiedenen anderen Bereichen in der Gemeinde engagiert habe, sind Kinder immer noch mein größtes Anliegen.

Ihr habt einige Jahre nebenberuflich an der EVAK studiert, Ihr seid jung verheiratet und habt intensiv in Eurer Gemeinde mitgearbeitet – wie konntet Ihr das alles bewältigen?

Tom: Wir arbeiten noch immer daran; es ist wahrlich nicht einfach, alles unter einen Hut zu bekommen. Vor allem haben wir gemerkt, dass es unheimlich wichtig ist, Ziele zu definieren, Prioritäten zu setzen und vor allem seine Beziehungen nicht zu vernachlässigen – die zu Jesus und zu seiner Frau.

Helen: Wichtig ist zu wissen, wo mein Platz ist. Es gibt so viele Möglichkeiten, sich einzubringen, aber man kann nicht überall dabei sein. Ich musste lernen ohne schlechtes Gewissen „Nein“ zu sagen und mir auch bewusst Zeit zu nehmen für Dinge, die mir wichtig sind.

Ihr habt in dieser Zeit vor allem in der Jungschar- und Jugendarbeit Eurer Gemeinde mitgearbeitet. Habt Ihr das, was Ihr im Studium gelernt habt, damals praktisch umsetzen können?

Tom:  Natürlich waren auch einige Sachen dabei, die man nicht sofort 1:1 in die Praxis umsetzen konnte, aber prinzipiell fühle ich mich schon sehr beschenkt durch das Studium. Durch die relativ kleinen Seminargruppen an unserer Akademie hier in Wien hat man außerdem immer die Möglichkeit, Fragen zu stellen, die evt. durch den laufenden Dienst aufgetreten sind – und dieses „tool“ nutze ich wirklich äußerst fleißig! =)

Helen: Vor allem die Inhalte der praxisorientierten Fächer, wie Kleingruppenleitung, Seelsorge oder Konfliktmanagement, haben wir gleich im „wirklichen“ Leben erproben können. Aber auch andere Fächer, wie z.B. Dogmatik haben uns herausgefordert, Themen in der Kleingruppe oder Jugend zu diskutieren. Das hätten wir uns ohne diese Ausbildung nicht zugetraut.

Ihr habt zusammen ein mehrmonatiges  Praktikum im Libanon gemacht, arbeitet jetzt aber in Österreich. Wie hat dieses Praktikum Eure persönliche Entwicklung beeinflusst und welche Auswirkungen hat es für Euren Dienst in Österreich?

Tom: Oh, ja! Ich kann es nur jedem empfehlen, für längere Zeit als 14 Tage, ins Ausland zu gehen. Abgesehen davon, dass wir vieles dort über die arabische Kultur und Lebensweise lernen durften, siehst du dein eigenes Umfeld zu Hause danach mit ganz anderen Augen. Und gerade für unsereins, wo Österreich doch so ein kleines Land ist und es so wenige Leute gibt, die Jesus nachfolgen, haben wir wieder neu entdeckt, wie groß und vielfältig doch das Reich Gottes ist.

Helen: Das Praktikum hat zwar keine direkten Auswirkungen auf unseren Dienst in Österreich, da das ganze Leben im Libanon so komplett anders ist als in Mitteleuropa, aber Ich durfte als Persönlichkeit in dieser Zeit so enorm wachsen. Ich wurde stark herausgefordert, mein ganzes Denken und Weltbild zu hinterfragen und habe dabei sehr viel lernen dürfen über Gottes Größe und Vielfalt und seine unendliche Liebe zu den Menschen. Diese Erfahrungen möchte ich nicht missen, und sie beeinflussen meinen jetzigen Dienst natürlich.

Tom, Du bist jetzt angestellt in einer Gemeindeaufbauarbeit und in der Jugendarbeit JAM. Daneben willst Du Dein Studium an der EVAK abschließen. Du stehst also gleichzeitig im Dienst und in der Endphase Deiner theologischen Ausbildung. Wie beurteilst Du diese Situation? Empfindest Du Dienst und Studium als gegenseitig befruchtend? Gibt es Synergien, die Du nutzen kannst? Wie kommst Du mit der Zeitaufteilung Dienst in zwei Arbeitsbereichen – Studium – Privatleben zurecht?

Tom:  Zurzeit muss ich schon noch an einer Optimierung arbeiten. Es kommt ja auch noch dazu, dass Helen als Volksschullehrerin wirklich 100% diametrale Arbeitszeiten hat – wenn sie am Nachmittag nach Hause kommt, gehe ich außer Haus; wenn sie am Wochenende oder in den Ferien frei hat, hab‘ ich meine Seminare, Events und Freizeiten. Aber immer wieder ist es möglich, dass man Arbeiten für das Studium auch für den Dienst verwenden kann, bzw. umgekehrt, die gewonnenen Erkenntnisse in der Gemeindegründung oder der Jugendarbeit einsetzen kann. Und da ich auch privat gerne mit jungen Leuten rumhänge, Musik bzw. Sport mache, kann ich das auch gut mit meinen Aufgaben verbinden. 

Wie beurteilst Du die Situation für zukünftige Absolventen der EVAK im Blick auf eine Arbeit in österreichischen Gemeinden? Könnte Deine Situation zu einem Modell für andere werden?

Tom: Ich sehe die Herausforderungen sowohl bei den österreichischen Gemeinden, die an der Finanzierung von Angestellten jetzt konkret arbeiten müssen, da sie sich in der Vergangenheit lange auf den treuen und überaus wertvollen Support aus dem Ausland verlassen konnten, als auch bei den Absolventen selber.  Es wird sicherlich eine hochgradige Flexibilität von ihnen erforderlich sein und sie werden in der ersten Zeit möglicherweise teilzeitlich noch in ihrem ursprünglichen Beruf arbeiten müssen oder eben z.B. wie bei mir, ihre Arbeitszeit auf zwei Projekte aufteilen, da sich eine Gemeinde oft eine ganze Vollzeitstelle nicht leisten kann. Aber ich bin zuversichtlich, dass beide Seiten alles dafür tun werden, dass der Name Jesu in diesem Land groß gemacht wird!

 

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